Bletz & Gelberg 2019. € 14,95.

Kristina Scharmacher-Schreiber / Stephanie Marian:

Wie viel wärmer ist 1 Grad?

Was beim Klimawandel passiert.


Dieses MINT-Buch des Monats kann als ein kleines Überblickswerk über all die natürlichen und gesellschaftlichen Mechanismen des Klimawandels gesehen werden, das darüber hinaus auch Handlungsanstöße gibt, wie der persönliche Einfluss auf das Klima verringert werden kann.
Zu Beginn werden einige Grundlagen der Geographie und Physik bezüglich des Wetters und des Klimas anhand von kurzen Erklärungen und Illustrationen anschaulich dargestellt und mit geschichtlichen Hardfacts, die den Wandel des Klimas (mit)begründen, ergänzt, um auf mögliche Szenarien vorzubereiten. Thematisch reichen die mit den klimatischen Veränderungen verbundenen Prozesse von der Beschreibung von Klimazonen, Jahreszeiten und geschichtlichen Rückblicken auf Klimaverhältnisse bis zu der Problematik von Plastik, Konsum, Produktionsketten, Verkehr, fossilen Rohstoffen oder Emissionshandel, die den ökologischen Kreislauf sichtbar machen, in dem wir uns befinden.
Neben den Schilderungen der einander beeinflussenden Mechanismen wird auch auf die Forschungsmethoden von Klimaforscher_innen aufmerksam gemacht, die zur eigenen naturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. Diese kann bereits bei einem Waldspaziergang beginnen, wenn gefällte Baumstämme und deren Jahresringe unter die Lupe genommen werden, um auf das Klima vergangener Zeiten zu schließen. Eine Auflockerung der naturwissenschaftlichen Informationen erfolgt auch, indem verschiedene Alltagsszenen gezeigt werden, die den Umgang mit den Themen Wetter und Klima und die verschiedenen Zugänge und Meinungen dazu umreißen. Den Texten und Illustrationen werden immer wieder kleine Kommentare beigefügt, die zum Darübersprechen anregen und verdeutlichen, wie verwoben die gezeigten Prozesse miteinander sind.
Über die natürlichen, als auch die menschenverursachten Phänomene wird sachlich und neutral geschrieben. Diese Art der Schilderung ermöglicht einerseits einen wertfreien Umgang mit den behandelten Themen, lässt leider allerdings auch manchmal außer Acht die negativen Auswirkungen, die durch die menschlichen Eingriffe entstehen, auch an der genannten Stelle dezidiert als negativ zu bezeichnen. Hier kommt klimabewussten Vermittler_innen eine tragende Rolle zu, die gemeinsam mit den Leser_innen das Thema aufbereiten und bearbeiten können. Trotzdem überzeugen nicht nur die Inhalte, sondern auch die Wahl des Materials, das den Umweltgedanken und ein Umdenken in dieser Hinsicht widerspiegelt: Es besteht aus 100% Recyclingpapier, kommt ohne Folienkaschierung aus und wurde mit mineralölfreien Druckfarben produziert.

Das MINT-Buch des Monats informiert über die verschiedenen beteiligten Prozesse an den Klimaveränderungen, regt zum gemeinsamen Sprechen darüber an und motiviert auf verschiedenen Ebenen zum eigenen Handeln:

LESEN – SPRECHEN – TUN


LESEN – In seinen kurzen Erklärungen ermöglicht es einen wunderbaren Einstieg in erste Erfahrungen mit naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Thematiken, die unser Leben auf der Erde beeinflussen.

SPRECHEN – Besonders die beigefügten Kommentare, die aus Aussagen oder Fragen bestehen und auch teils ironisch oder provokant gelesen werden können, regen neben den erläuterten Inhalten zu gemeinsamen Reflexionen über die gesellschaftlichen als auch naturbezogenen Zusammenhänge an und machen die Verwobenheit dieser Prozesse ersichtlich.

TUN – Das Buch lädt einerseits dazu ein auf einfache Weise naturwissenschaftlich aktiv zu werden, indem beispielsweise bei Waldspaziergängen die Jahresringe von Bäumen betrachtet werden können, die auf das Alter der Bäume und die klimatischen Verhältnisse verweisen. Andererseits führt das Buch auch praktische Tipps an, um den eigenen ökologischen Fußabdruck gering zu halten: zum Beispiel durch Energiesparen, Recyceln, Verwenden von öffentlichen Verkehrsmitteln, Konsumieren von regionalen und saisonalen Nahrungsmitteln oder Wiederverwendung von Kleidung und Spielsachen. Wie wäre es einen Vorschlag für einen Monat selbst auszuprobieren?

Marina Gennari

 

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