Ein Bericht von Heidi Lexe

Just an jenem Tag, an dem orf.at vermeldete, dass im frühlingshaften Wien über 1000 Brunnen wieder in Betrieb genommen wurden, zeigte sich der Venusbrunnen in Schönbrunn einmal mehr widerständig. Er wurde am selben Tag abgelassen.
Was hat der Venusbrunnen in Schönbrunn mit der 31. Spurensuche in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg zu tun? Nun, die beiden sind nicht nur über das Tagungsthema - das Wasser - miteinander verbunden, sondern auch über den Vortrag Wasser - Mythos und Motiv.
Dabei spannte sich der kulturtechnische und mediale Bogen vom wundersam aufgeladenen Ort des Brunnen über die Nasszellen der Trauer und des Schreckens zu jenen weiblichen Wesen führte, die nicht nur den Männern, sondern auch dem Wasser gegenüber immer den Kürzeren ziehen.

Das Redemanuskirpt und die Literaturliste des Vortrags
Heidi Lexe: Wasser - Mythos und Motiv finden sie >>>hier

Ihren Ausgang jedoch nahm die Tagung bei ganz anderen Aspekten des Wassers: In einem Podiumsgespräch mit den beiden Tagungsleier_innen Vera Steinkamp (Medienform des Bistums Essen) und Matthias Keidel (Katholische Akademie Die Wolfsburg) legten die beiden Autorinnen Kirsten Boie und Dorit Linke ganz unerschiedliche persönliche Erfahungen mit der topografischen und politischen Bedeutung von Wasser dar, die auch Eingang in das jeweilige Werk der beiden gefunden haben. Kirsten Boie schilderte ihre aus einem Projekt im ehemaligen Swasiland gewonnenen Erfahrungen mit Wasserarmut und dem Wasser als primäre menschliche Ressource; Dorit Linke hingegen ordnet den Entstehungsprozess ihres Romans Jenseits der blauen Grenze in den zeitgeschichtlichen Kontext eines geteilten Deutschland ein, aus dem menschen ebenfalls - wenn auch unter anderen Vorbedingungen als heute - über das Wasser zu fliehen versucht haben. und schildert auf Basis ihrer Erfahrungen als Leistungsschwimmerin die Möglichkeiten einer Flucht über das Wasser.

Den Abend beendete Kirsten Boie mit einer berührenden Lesung aus ihrem von Regina Kehn illustrierten Geschichtenband Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen.


Angelika Rockenbach, Bettina Kraemer und Heidi Lexe (v.l.)


Neben zahlreichen Workshops zählte wie immer immer im Rahmen der Spurensuche auch die Vorstellung aktueller Kinder- und Jugendbücher zum Tagungsthema - Wasser - zum Programm. Bettina Kraemer von Borromäusverein in Bonn und Angelika Rockenbach von St. Michaelsbund in München schlugen dabei den Bogen pointiert und humorvoll von den (literarischen) Freuden am zu den Gefährdungen im Wasser.

Ebenfalls zur Tradition der Spurensuche gehört die Literarische Nacht in der Lesungen, Musik und Buffett auf dem Programm stehen. Diesmal waren (die hochschwangere) Sarah Meyer-Dietrich mit ihren sehr poetischen Ruhrpott-Texten, Dorit Linke mit ihrem Roman über erschwommene Träume und Tamara Bach zu Gast, die sowohl aus Mausmeer als auch aus ihrem neuen Kinderroman Wörter mit L las.


Tamara Bach im Gespräch mit Heidi Lexe.


Den Abschluss machte Georg Langenhorst von der Universität Augsburg mit seinem Vortrag zum Thema Unterwegs im Lebensmeer, in dessen Mittelpunkt die Arche Noah mit ihren unetrschiedlichen theologischen und literarischen Bedeutungsebenen stand.

Ergänzend und abschließend dazu ein Blick zurück auf die Kröte des Monats Dezember 2013 für die das STUBE-Team Linda Wolfsgrubers Bilderbuch Arche gewählt hatte.